Ausland

Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hat heute seinen Plan zur Neuordnung der Wahlkreise für die US-Zwischenwahlen im November vorgestellt. Der Republikaner begründete den Neuzuschnitt mit demografischen Veränderungen in seinem Bundesstaat.

Der Vorgang könnte der Partei von US-Präsident Donald Trump vier zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus in Washington bescheren. Das Parlament des Bundesstaats muss der Neuregelung noch zustimmen.

Von den 28 Abgeordneten aus Florida sind derzeit 20 Republikaner. Mit der Neuordnung der Wahlkreise könnte deren Zahl auf 24 steigen. Derzeit verfügen die Konservativen über eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus.

„Gerrymandering“ lange Tradition

Der Neuzuschnitt der Wahlkreise in Florida könnte darüber mitentscheiden, ob Trumps Arbeit in der zweiten Hälfte seiner aktuellen Amtszeit durch eine Mehrheit der Demokraten in der Kongresskammer erschwert wird.

Die Praxis des Wahlkreiszuschnitts aus politischen Motiven hat in den USA eine lange Tradition und wird „Gerrymandering“ genannt. Die Neueinteilung der Wahlkreise folgt üblicherweise alle zehn Jahre auf eine Volkszählung; turnusgemäß wäre das 2030.

Wettrennen zwischen Republikanern und Demokraten

Allerdings hatte Trump im vergangenen Jahr von Republikanern geführte Bundesstaaten dazu gedrängt, die Wahlkreise neu zuzuschneiden, um die knappe republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen im November zu retten.

Das löste ein regelrechtes Wettrennen verschiedener Bundesstaaten aus. Die oppositionellen Demokraten sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen und haben in Kalifornien und Virginia eine Neuordnung der Wahlkreise angestoßen, die ihnen zusätzliche Sitze bescheren könnte.

Neue Kämpfe zwischen den Nachbarstaaten Afghanistan und Pakistan haben Berichten zufolge auf beiden Seiten zu Opfern geführt. In der afghanischen Grenzprovinz Kunar seien drei Menschen getötet und 45 verletzt worden, berichtete der afghanische Nachrichtensender Tolonews heute. In Pakistan gab es mindestens drei Verletzte, wie ein Sprecher der Grenztruppen sagte.

Es war der schwerste Zwischenfall seit gut einem Monat. Ende Februar war ein Krieg zwischen den Nachbarländern ausgebrochen. Überschattet wurde der Konflikt vom Iran-Krieg. Bemühungen zu einem dauerhaften Ende der Kämpfe sind bisher zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Am Ende des Fastenmonats Ramadan hatten sich Pakistan und Afghanistan auf eine kurze Feuerpause geeinigt.

Beim Streit über eine Wasserstelle im Osten des Tschad sind 42 Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt worden. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Familien um den Brunnen in der Provinz Wadi Fira habe sich zu einem Kreislauf gegenseitiger Vergeltungsmaßnahmen hochgeschaukelt, sagte der Vizepremier des Landes, Limane Mahamat, heute.

Er reiste mit einer hochrangigen Delegation an, um nach der Gewalt am Samstag zu vermitteln und einer weiteren Eskalation vorzubeugen. Der Tschad in Zentralafrika hat rund eine Million Flüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland Sudan aufgenommen, wo seit drei Jahren Krieg herrscht.

Mahamat warnte vor einer Ausweitung des Konflikts aus dem Sudan auf die Grenzregionen im Tschad. Beobachtern zufolge waren bei der Auseinandersetzung bewaffnete Tschader beteiligt, die nach der Beteiligung an Kämpfen im Sudan zurückgekehrt waren.

Inland

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) sieht sich für das gegen den ehemaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der falschen Zeugenaussage im Amtsmissbrauchsprozess gegen ÖVP-Klubchef August Wöginger nicht zuständig.

„Die WKStA hat die Prüfung der Zuständigkeit nunmehr abgeschlossen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ihre Zuständigkeit nicht gegeben ist“, teilte Behördensprecherin Caroline Czedik-Eysenberg heute der APA mit.

Die Sache sei der Generalprokuratur zur endgültigen Entscheidung über die Zuständigkeit vorgelegt worden, gab die Sprecherin bekannt. „Das Ermittlungsverfahren zum Faktum Postenbesetzung Finanzamt Braunau ist beendet. Ein enger sachlicher Zusammenhang zu diesem Faktum erschließt sich daher nicht. Auch die Kronzeugenregelung begründet nach Ansicht der WKStA keinen engen sachlichen Zusammenhang“, erläuterte Czedik-Eysenberg.

Kurz brachte Sachverhaltsdarstellung ein

Die Staatsanwaltschaft (StA) Linz hatte auf Basis einer von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eingebrachten Sachverhaltsdarstellung das neue Ermittlungsverfahren gegen Schmid eingeleitet. Der Anwalt von Kurz wirft darin Schmid vor, im Prozess, bei dem es um die Besetzung der Leitung des Finanzamts Braunau geht, die Sachlage falsch dargestellt zu haben.

Thema im Prozess war nämlich auch die zeitlich frühere Besetzung des Finanzamts in Freistadt. Schmid sagte im Prozess in Linz aus, er habe von dieser „wenig bis gar nichts“ mitbekommen.

Eine Beamtin im Finanzministerium hatte im Prozess in Linz jedoch berichtet, dass es bereits bei dieser Gerüchte zu Interventionsversuchen durch Schmid zugunsten des später beim Finanzamt Braunau zum Zug gekommenen Bürgermeisters gegeben habe.

Erwin Hameseder, der Vorsitzende der Wehrdienstkommission, kann sich nun doch eine Volksbefragung über eine Verlängerung der Wehrpflicht vorstellen – nämlich dann, wenn die Verhandlungen in der Regierung scheitern.

„Das Ergebnis ist bisher im höchsten Ausmaß enttäuschend“, meint er zur „Presse“ (Dienstag-Ausgabe) über die bisherigen Koalitionsgespräche. Kompromissvarianten lehnt er ab: „Aus Expertensicht ist das nicht akzeptabel.“

Die Wehrdienstkommission hatte Mitte Jänner ihren Bericht präsentiert und sich – wie damals erwartet – dafür ausgesprochen, den Präsenzdienst zu verlängern und wieder verpflichtende Milizübungen einzuführen.

„Acht plus zwei“-Modell bevorzugt

Konkret plädierte die Kommission für eine Ausweitung auf acht Monate Grundwehrdienst und zwei Monate verpflichtende Milizübungen, anstatt des derzeit sechsmonatigen Präsenzdienstes. Analog soll auch der Zivildienst ausgeweitet werden – und zwar auf zwölf Monate.

Während die ÖVP eine Verlängerung befürwortet, geben sich SPÖ und NEOS bisher eher verhalten. „Eine gewisse Hoffnung habe ich noch“, sagte Hameseder, auch Generalanwalt des österreichischen Raiffeisenverbandes. Es brauche aufgrund des „massiven Zeitdrucks“ aber eine rasche Entscheidung.

Im Februar hatte er eine Volksbefragung, die Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ins Spiel gebracht hatte, noch abgelehnt und damals vor einer Verzögerungstaktik gewarnt. Sollte die Koalition zu keiner Einigung gelangen, dann könnte laut Hameseder eine Befragung aber sehr wohl sinnvoll sein.

Das Innenministerium hat Anzeige gegen jene mittlerweile pensionierte Mitarbeiterin erstattet, die Daten von 36.368 Bediensteten des Innenministeriums weitergegeben haben soll. Das Ressort bestätigte einen dementsprechenden Bericht des „Falter“ von heute.

Gefunden worden war der Datensatz beim ehemaligen FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein. In der Causa ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den einstigen Verfassungsschützer Egisto Ott.

Im Zuge der Erhebungen der im Innenministerium eingerichteten „AG Fama“ hatte sich herausgestellt, dass die einstige Mitarbeiterin – eine Personalvertreterin – die sensiblen Daten angefordert hatte.

Befürchtet wird, dass die bei Jenewein auf einem USB-Stick gefundene Datei beim russischen Geheimdienst gelandet sein könnte. Wie sie den Weg zu Jenewein fand, ließ sich nicht klären, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen beide wurden eingestellt. „Aus Beweisgründen“, wie Nina Bussek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, erklärte.

Ermittlungen gegen Ott wegen neuer Beweismittel

Gegen die Mitarbeiterin war wegen Verrats von Amtsgeheimnissen ermittelt worden, gegen Jenewein wegen Datenverarbeitung in Gewinn- und Schädigungsabsicht, weil er die Daten über einen Messengerdienst einem FPÖ-Mitarbeiter weitergeleitet hatte.

In diesem Fall erfolgte die Einstellung des Verfahrens auch wegen Verjährung. Neue Beweismittel haben nun dazu geführt, dass im Zusammenhang mit dem elektronischen Gesamtpersonalverzeichnis Ermittlungen gegen Ott aufgenommen wurden. Für Ott gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Daten über Ott den Weg zu Jenewein gefunden haben könnten. Ott soll sich ein Treffen mit der Ministeriumsmitarbeiterin ausgemacht gehabt haben, nachdem diese das elektronische Gesamtpersonalverzeichnis erhalten hatte. Das Bundeskriminalamt bezeichnete die Frau in einem Bericht als „relevante Informationsquelle für Egisto Ott“.

Krieg in Nahost

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Teheran bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Abbas Araktschi in St. Petersburg die weitere Unterstützung Moskaus zugesichert.

Er habe vorige Woche eine Botschaft des obersten Führers Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, erhalten und könne nur bestätigen, dass Russland und der Iran ihre strategische Partnerschaft fortsetzten, sagte Putin heute der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Araktschi sagte, dass die Beziehungen zwischen Teheran und Moskau auf höchstem Niveau seien und weiter gefestigt würden. Er dankte Russland für die Unterstützung.

Russland bietet sich als Vermittler an

Putin äußerte die Hoffnung auf baldigen Frieden in der Region. „Wir sehen, wie tapfer und heldenhaft das iranische Volk um seine Unabhängigkeit kämpft, um seine Souveränität“, sagte Putin. „Wir werden von unserer Seite alles tun, was in ihrem Interesse liegt und den Interessen aller Völker der Region entspricht, damit der Frieden so schnell wie möglich erreicht werden kann.“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass eine Rückkehr zu Kampfhandlungen weder im Interesse Teherans noch im Interesse der Weltwirtschaft sei. Russland sei zudem zur Vermittlung in dem Konflikt bereit.

Moskau und Teheran sind strategische Verbündete. Allerdings ist Russland nicht bereit, den Partner im aktuellen Konflikt mit den USA militärisch zu unterstützen. In erster Linie erhält Teheran diplomatische Rückendeckung aus dem Kreml.

Bericht: Neuer iranischer Vorschlag für Kriegsende

Am Vortag war Araktschi zu einem Kurzbesuch in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist. Dort übergab er dem Vermittler Pakistan „schriftliche Nachrichten“ an die US-Regierung, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Darin gehe es um „rote Linien der Islamischen Republik Iran, darunter Atomfragen und die Straße von Hormus“.

Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete, Teheran habe einen neuen Vorschlag für eine Öffnung der Straße von Hormus und ein Ende des Krieges an Washington übermittelt. Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen laut dem Vorschlag auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

EU

In die zahlreichen kritischen Stimmen zu den Vorschlägen der EU-Kommission für das nächste mehrjährige EU-Budget reiht sich nun auch der Europäische Rechnungshof (ERH) ein.

Die erheblichen Änderungen, die die Kommission für den EU-Haushalt 2028-2034 vorgeschlagen habe, würden die Rahmenbedingungen für die Umsetzung von EU-Politiken und -Programmen nicht verbessern, warnte der ERH in einer heute veröffentlichten Stellungnahme.

Da Teile der vorgeschlagenen Regelungen Planung, Verwaltung und Kontrolle der EU-Ausgaben grundlegend verändern, warnte der Rechnungshof vor Risiken für die Haushaltsführung und fordert Gegenmaßnahmen.

Grundlegende Neugestaltung

„Die Legislativvorschläge für den nächsten Mehrjahreshaushalt der EU zeigen, dass es sich hierbei nicht um ‚Business as usual‘ handelt, sondern um eine grundlegende Neugestaltung“, so ERH-Präsident Tony Murphy.

„Als Finanzaufsichtsbehörde der EU weisen wir in einem Dutzend Stellungnahmen auf Risiken und Herausforderungen hin. Viele der vorgeschlagenen Änderungen bieten keine Garantie für eine bessere Mittelverwendung in der Zukunft.“

Verhandlungen in Anfangsphase

Die Verhandlungen zum EU-Budget sind derzeit noch in der Anfangsphase und es werden die großen Linien abgesteckt; über konkrete Zahlen dürfte erst ab dem Sommer gefeilscht werden. Erste Zahlen sollen beim EU-Gipfel im Juni präsentiert werden.

Österreich und andere Länder haben bereits mehrmals ihren Unmut mit der von der EU-Kommission geplanten Steigerung des Finanzrahmens (MFR) auf zwei Billionen Euro ausgedrückt.

ZIB2-Hinweis

ÖVP, SPÖ und NEOS haben bei den Budgetverhandlungen eine Einigung auf die Grundpfeiler des Doppelbudgets erzielt. Die Regierung will rund fünf Milliarden aufstellen, je zur Hälfte durch Sparmaßnahmen und neue Einnahmen. Dazu ist der Politikanalytiker Thomas Hofer live zu Gast im Studio.

Heikle Mission

Nach den Schüssen während eines Journalisten-Dinners mit US-Präsident Donald Trump gibt es Kritik am Sicherheitskonzept der Veranstaltung. Unter dem Eindruck der Schüsse ist der britische König Charles III. zu einem Staatsbesuch in den USA eingetroffen.

Land der Süchte

Die Abhängigkeit von Nikotin ist die verbreitetste Suchtform in Österreich, bei den illegalen Drogen gibt es ein deutliches Plus beim Kokainkonsum – das geht aus dem neuen Drogenbericht hervor.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

Wenige Monate vor dem erwarteten Börsengang räumt OpenAI seinem Investor Microsoft keinen exklusiven Zugang zu seiner Technologie mehr ein. Der ChatGPT-Entwickler kann damit künftig sämtliche Produkte auch an konkurrierende Cloud-Firmen wie Amazon Web Services (AWS) und Google verkaufen.

Microsoft bleibe aber der vorrangige Anbieter von Cloud-Dienstleistungen und könne die OpenAI-Programme über eine Lizenzvereinbarung bis 2032 nutzen, teilte das Unternehmen heute mit.

Früher Geldgeber von OpenAI

Der Softwarekonzern gehört zu den frühen Geldgebern von OpenAI und hat bisher mehr als 13 Milliarden Dollar (elf Mrd. Euro) investiert. Gemessen an der 850 Milliarden Dollar (724 Mrd. Euro) schweren Gesamtbewertung von OpenAI ist die Beteiligung inzwischen etwa 230 Milliarden Dollar (196 Mrd. Euro) wert. Zudem muss der Konzern weiteren Angaben zufolge künftig keine Umsatzbeteiligung an OpenAI mehr zahlen.

Microsoft konnte durch die Exklusivvereinbarung mit dem ChatGPT-Entwickler seine Produkte rasch um KI-Funktionen erweitern. Der Konzern sicherte sich zudem umfangreiche Rechte an den Entwicklungen des Start-ups als Gegenleistung für die Bereitstellung dringend benötigter Rechenkapazitäten.

Die chinesische Regierung verhindert die Übernahme des KI-Entwicklers Manus durch den US-Technologiekonzern Meta. Die National Development and Reform Commission (NDRC) legte heute ihr Veto ein.

Die Entscheidung unterstreicht die Bemühungen der Volksrepublik, die Abwanderung von Fachleuten und Technologien in die USA zu verhindern. Die beiden Staaten liefern einander einen Wettlauf um die Führung bei der Zukunftstechnologie künstliche Intelligenz (KI).

Das Verbot der Regierung in Peking kommt nicht überraschend. Der „Financial Times“ zufolge bestellte die NDRC den Vorstandsvorsitzenden und den Technologiechef von Manus ein. Zudem wurde ihnen die Ausreise untersagt.

Meta, Mutterkonzern von Facebook und Instagram, hatte im Dezember die Übernahme von Manus angekündigt. Der Kaufpreis sollte bei mehr als zwei Milliarden Dollar (rund 1,8 Mrd. Euro) liegen. Das Start-up gilt als Spezialist für KI-Agenten, die komplexe Aufgaben weitgehend selbstständig erledigen.

Medien

Der Österreichische Presserat hat sich im Vorjahr mit 503 Fällen befasst und damit deutlich mehr als 2024 (426). Allerdings ging die Anzahl der Verstöße gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse etwas auf 25 zurück (2024: 27).

Die „Kronen Zeitung“ führte mit neun Ethikverstößen das Negativranking erneut an. Dahinter folgten mit „oe24“ (6) und „Heute“ (4) zwei weitere Boulevardmedien, wie aus der heute bei einer Pressekonferenz veröffentlichten Bilanz hervorgeht.

Erfundenes Eastwood-Interview

Aufsehenerregende Fälle waren etwa ein „Interview“ mit Clint Eastwood im „Kurier“, das in der Form nie stattgefunden und somit Aktualität vorgegaukelt hat, oder ein Bericht über eine junge Frau, die auf einer Straße in Dubai äußerst schwer verletzt gefunden wurde, wobei die Onlinenachrichtenseite Vol.at die Gewalteinwirkung gegenüber der Ukrainerin mit einer Fotomontage ins Lächerliche zog und zusätzlich ein unverpixeltes Foto von der Betroffenen anfügte, auf dem sie leicht bekleidet zu sehen ist.

Die „Neue am Sonntag“ verübte einen schwerwiegenden Eingriff in die Intimsphäre einer Frau, indem bei einem Artikel über ebenjene Frau, die anonym ein Kind geboren hatte, online ein Artikel verlinkt wurde, der ihren Vor- und Nachnamen enthält.

Viele Meldungen zu Grazer Amoklauf

Zum Amoklauf an einer Grazer Schule mit zehn Toten gingen rund 100 Meldungen ein, wobei das Selbstkontrollorgan mehrere Verfahren einleitete. Zwar kam es zu keinen eklatanten Ethikverstößen, doch sprach der Presserat etwa aufgrund eines Evakuierungsvideos, das auf Krone.at und oe24.at Schülerinnen und Schüler in einer extremen Stresssituation zeigt, den Hinweis aus, mehr Zurückhaltung zu üben.

Chronik

Eine Schlangenvorführung in einem ägyptischen Urlaubshotel ist für einen Mann aus Bayern tödlich ausgegangen. Der 57-Jährige besuchte mit seiner dreiköpfigen Familie Anfang April in einem Hotel in Hurghada die Vorführung eines Schlangenbeschwörers, wie die Polizei im deutschen Kempten heute berichtete.

Bei der Show wurden Touristen zwei Schlangen – mutmaßlich Kobras – unter anderem um den Hals gelegt. Eines der Tiere ließ der Schlangenbeschwörer in die Hose des 57-jährigen Manns kriechen. Allerdings biss die Schlange in das Bein des deutschen Urlaubers.

Der Mann zeigte nach Polizeiangaben anschließend deutliche Vergiftungssymptome und wurde aufgrund eines Herz-Kreislauf-Stillstands reanimationspflichtig. Der Urlauber kam in ein Spital, wo er starb.

Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Memmingen führten Ermittlungen zu den Todesumständen. Die Ergebnisse einer toxikologischen Untersuchung seien ausständig.

Science

Manche Menschen, die alte Häuser betreten, sind mit Unwohlsein konfrontiert – und für einige wenige ist die Erklärung einfach: Der Spuk muss mit Geistern zu tun haben. Eine neue Studie zeigt nun, dass hinter so manchem Grusel möglicherweise Infraschall steckt – Töne mit besonders niederer Frequenz, die eigentlich nicht hörbar sind, wie der „Guardian“ heute berichtet.

Auslöser könnten etwa alte Rohre, Heizkessel und Lüftungsanlagen sein – und eben keine Geister. Die Töne mit einer Frequenz unter 20 Hertz seien für Menschen zwar nicht zu hören, aber möglicherweise trotzdem wahrnehmbar, heißt es in der Studie.

Cortisolspiegel gestiegen

Die – relativ kleine – Gruppe von 36 Freiwilligen waren gereizter, außerdem stieg der Spiegel des Stresshormons Cortisol an, sobald die Personen Beschallung mit derartigen Frequenzen ausgesetzt waren.

„Infraschall könnte möglicherweise ein leichtes körperliches Unbehagen hervorrufen, an das sich dann eine Erklärung in Form eines Geistes oder einer Spukerscheinung anknüpfen lässt“, so Rodney Schmaltz, Psychologe an der MacEwan University in Kanada, gegenüber dem „Guardian“.

Studie zeigt Reaktion auf Beschallung

Zwar konnten die Probandinnen und Probanden nicht sagen, wann die Beschallung eingeschaltet wurde, ihre Körper reagierten aber trotzdem auf den Einfluss. „Unabhängig davon, ob sie beruhigende Instrumentalmusik oder eher beunruhigende Klänge hörten, wirkte sich der Infraschall negativ auf ihre Stimmung und ihre Stressreaktion aus“, so Schmaltz weiter.

Man brauche nun umfangreichere Studien, um die Effekte von Infraschall zu bestätigen. Aber die Vermutung liegt offenbar nahe, dass die Töne zum „vagen Unbehagen“ in manchen „Spukhäusern“ beitragen kann.